September gilt weiter als schwieriger Börsenmonat – Handelsblatt-Analyse mahnt zur Vorsicht
Veröffentlicht · Sonntag, 13. September 2026 um 13:14 Uhr
Der deutsche Aktienmarkt hat zwei der drei saisonal als schwierig geltenden Börsenmonate ohne größere Verwerfungen überstanden. Eine Analyse des Handelsblatts weist jedoch darauf hin, dass sich dies im weiteren Verlauf des Septembers noch ändern könnte.
## Was ist passiert?
Der Handelsblatt-Redakteur Andreas Neuhaus hat in einer aktuellen Markteinschätzung auf das traditionelle Muster schwacher Börsenmonate hingewiesen. Demnach hat der deutsche Aktienmarkt zwei der drei Monate, die an den Kapitalmärkten üblicherweise als besonders anfällig für Kursrückgänge gelten, bislang ohne größere Verwerfungen überstanden. Neuhaus merkt jedoch an, dass sich dies im weiteren Verlauf des Septembers noch ändern könnte – der Monat gilt an den Börsen seit jeher als besonders unsicherer Handelsabschnitt.
## Der Hintergrund
An den internationalen Finanzmärkten hat sich über Jahrzehnte die Beobachtung verfestigt, dass bestimmte Kalendermonate im Schnitt schwächere Kursverläufe zeigen als andere. Der September wird dabei besonders häufig genannt und in der Fachliteratur oft als „Angstmonat“ bezeichnet. Historisch lässt sich dieses Muster mit unterschiedlichen Erklärungsansätzen verbinden, etwa mit Umschichtungen institutioneller Anleger nach der Sommerpause oder mit einer erhöhten Nachrichtendichte im Herbst, wenn viele Unternehmen ihre Geschäftszahlen vorlegen und wirtschaftspolitische Weichenstellungen anstehen. Ein Naturgesetz ist dieses saisonale Muster jedoch nicht – es handelt sich um eine statistische Tendenz, die in einzelnen Jahren auch ausbleiben kann.
## Warum ist das für Wirtschaft und Märkte wichtig?
Saisonale Muster wie der „Herbst-Effekt“ werden von Marktbeobachtern regelmäßig diskutiert, weil sie Hinweise auf mögliche Stimmungsschwankungen unter Anlegern liefern können. Gerade in Phasen, in denen makroökonomische Unsicherheiten – etwa zu Zinsentwicklungen, geopolitischen Spannungen oder Konjunkturdaten – ohnehin im Raum stehen, können solche saisonalen Erwartungen die Marktpsychologie zusätzlich beeinflussen. Sollte sich die Vorsicht, vor der Neuhaus warnt, in den kommenden Wochen tatsächlich in höherer Volatilität niederschlagen, hätte dies Auswirkungen auf die Preisbildung an den Aktienmärkten und könnte sich auch auf verbundene Marktsegmente wie Anleihen oder Devisen auswirken.
## Was bedeutet das für Anleger?
Für Anlegerinnen und Anleger ist die Diskussion um saisonale Börsenmuster in erster Linie als Hintergrundinformation zu verstehen. Statistische Tendenzen aus der Vergangenheit erlauben keine verlässliche Prognose für den Verlauf eines einzelnen Jahres. Wichtiger als kalendarische Muster bleiben in der Regel die fundamentalen Rahmenbedingungen: Unternehmensgewinne, Zinspolitik der Notenbanken sowie die allgemeine konjunkturelle Lage. Wer sein Portfolio breit diversifiziert und auf einen längeren Anlagehorizont ausgerichtet hat, ist grundsätzlich weniger anfällig für kurzfristige saisonale Schwankungen. Eine individuelle Beratung kann helfen einzuschätzen, wie stark kurzfristige Marktbewegungen für die eigene Anlagestrategie tatsächlich relevant sind.
## Was jetzt wichtig wird
- Wie sich der deutsche Aktienmarkt im weiteren Verlauf des Septembers entwickelt und ob sich die saisonale Vorsicht bestätigt - Ob makroökonomische Nachrichten – etwa zu Zinsentscheidungen oder Konjunkturindikatoren – die Marktstimmung im September zusätzlich beeinflussen - Wie sich das Handelsvolumen und die Volatilität an den Börsen in den kommenden Wochen entwickeln - Ob sich das saisonale Muster in diesem Jahr von historischen Mustern unterscheidet oder bestätigt
Quelle: Handelsblatt