Microsoft und Alphabet profitieren von starkem Cloud-Wachstum durch Künstliche Intelligenz
Veröffentlicht · Mittwoch, 28. Oktober 2026 um 22:14 Uhr
Microsoft hat die Erwartungen der Analysten dank eines starken Cloud-Geschäfts übertroffen. Auch Alphabet verzeichnet durch den KI-Boom ein rasantes Wachstum im Cloud-Segment, während das Werbegeschäft schwächer ausfällt. Die KI-Anwendung Gemini von Google zählt inzwischen eine Milliarde Nutzer.
## Was ist passiert?
Die beiden US-Technologiekonzerne Microsoft und Alphabet haben aktuelle Geschäftszahlen vorgelegt, die vor allem im Bereich Cloud Computing deutliches Wachstum zeigen. Microsoft konnte die Erwartungen der Analysten übertreffen und profitiert spürbar von seinem Cloud-Geschäft. Auch bei Alphabet, der Google-Mutter, wächst die Cloud-Sparte rasant – getrieben durch den anhaltenden Boom bei Künstlicher Intelligenz. Während die Cloud-Zahlen bei beiden Unternehmen positiv überraschen, bleibt Googles klassisches Werbegeschäft hinter den Erwartungen zurück. Gleichzeitig vermeldet Alphabet einen Meilenstein für seine KI-Anwendung Gemini: Die App zählt inzwischen eine Milliarde Nutzer.
## Der Hintergrund
Cloud Computing hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Wachstumsfeld für große Technologiekonzerne entwickelt. Unternehmen aus nahezu allen Branchen lagern Rechenleistung, Datenspeicherung und zunehmend auch KI-Anwendungen in die Cloud-Infrastrukturen von Anbietern wie Microsoft Azure oder Google Cloud aus. Der Boom rund um Künstliche Intelligenz hat diese Nachfrage weiter befeuert, da das Training und der Betrieb von KI-Modellen enorme Rechenkapazitäten erfordern. Microsoft hat durch seine frühzeitigen Investitionen in diesem Bereich sowie durch die Integration von KI-Funktionen in seine Produktpalette offenbar von dieser Entwicklung profitiert. Auch Alphabet setzt verstärkt auf KI-Technologien, sowohl im Cloud-Geschäft als auch mit eigenen Anwendungen wie Gemini, die als Konkurrenz zu anderen KI-Chatbots positioniert sind. Das Erreichen von einer Milliarde Nutzern zeigt, dass sich Gemini am Markt etabliert hat. Demgegenüber steht das traditionelle Online-Werbegeschäft von Google, das die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen konnte.
## Warum ist das für Wirtschaft und Märkte wichtig?
Die Entwicklungen bei Microsoft und Alphabet gelten als wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Dynamik rund um Künstliche Intelligenz. Da beide Konzerne zu den größten börsennotierten Unternehmen weltweit zählen, haben ihre Geschäftszahlen Signalwirkung für die gesamte Technologiebranche und darüber hinaus. Ein starkes Cloud-Geschäft deutet darauf hin, dass Unternehmen weiterhin massiv in digitale Infrastruktur und KI-Anwendungen investieren – ein Trend, der sich auf zahlreiche vor- und nachgelagerte Branchen auswirkt, etwa auf Hersteller von Halbleitern und Rechenzentren. Gleichzeitig zeigt die Schwäche im Werbegeschäft von Google, dass nicht alle Geschäftsbereiche gleichermaßen vom KI-Boom profitieren und klassische Erlösquellen unter Druck geraten können.
## Was bedeutet das für Anleger?
Für Anleger verdeutlichen die Zahlen, dass der KI-getriebene Wachstumstrend in der Technologiebranche weiterhin intakt ist, sich aber unterschiedlich auf einzelne Geschäftsbereiche auswirkt. Während Cloud-Sparten als Wachstumstreiber gelten, zeigen schwächere Werbeeinnahmen bei Google, dass auch etablierte Erlösmodelle nicht automatisch von der KI-Entwicklung profitieren. Dies unterstreicht die Bedeutung einer differenzierten Betrachtung einzelner Geschäftssegmente innerhalb großer Technologiekonzerne. Grundsätzliche Anlageentscheidungen sollten stets auf Basis einer umfassenden individuellen Beratung getroffen werden.
## Was jetzt wichtig wird
- Wie sich das Cloud-Wachstum bei Microsoft und Alphabet in den kommenden Quartalen weiterentwickelt - Ob sich die Schwäche im Google-Werbegeschäft fortsetzt oder sich stabilisiert - Inwiefern die wachsende Nutzerzahl von Gemini zu höheren Umsätzen bei Alphabet führt - Wie sich die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur auf die Profitabilität der Konzerne auswirken
Quelle: FAZ Wirtschaft