IW-Studie: Deutsche Unternehmen investieren wieder verstärkt in China
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IW-Studie: Deutsche Unternehmen investieren wieder verstärkt in China

Veröffentlicht · Sonntag, 13. September 2026 um 10:14 Uhr

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) haben deutsche Unternehmen im ersten Halbjahr rund 5,6 Milliarden Euro in China investiert – ein Anstieg um etwa ein Drittel gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dies geschieht trotz wachsender Risiken und zunehmender Konkurrenz durch chinesische Anbieter.

## Was ist passiert?

Deutsche Unternehmen haben ihre Investitionen in China im ersten Halbjahr des laufenden Jahres deutlich ausgeweitet. Wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, flossen in diesem Zeitraum rund 5,6 Milliarden Euro deutscher Direktinvestitionen in die Volksrepublik. Das entspricht einem Anstieg von etwa einem Drittel im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung fällt auf, da sie parallel zu einer Phase wachsender wirtschaftlicher und politischer Risiken sowie zunehmender Konkurrenz durch chinesische Unternehmen erfolgt.

## Der Hintergrund

Die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen stehen seit Jahren im Spannungsfeld zwischen enger wirtschaftlicher Verflechtung und politischen Bedenken. Deutsche Konzerne zählen traditionell zu den größten ausländischen Investoren in China, insbesondere in der Automobil-, Chemie- und Maschinenbaubranche. Gleichzeitig wird seit geraumer Zeit über eine Strategie des „De-Risking“ diskutiert – also einer Verringerung wirtschaftlicher Abhängigkeiten von China, ohne sich vollständig vom chinesischen Markt zurückzuziehen. Vor diesem Hintergrund war zuletzt vielfach erwartet worden, dass deutsche Unternehmen ihr Engagement in China eher zurückfahren oder zumindest nicht ausweiten. Die aktuellen IW-Zahlen zeichnen jedoch ein anderes Bild: Offenbar setzen viele Unternehmen weiterhin auf den chinesischen Markt, der trotz aller Unsicherheiten für zahlreiche Branchen von zentraler Bedeutung bleibt.

## Warum ist das für Wirtschaft und Märkte wichtig?

Die Entwicklung ist ein wichtiger Indikator dafür, wie deutsche Unternehmen die Balance zwischen Chancen und Risiken auf dem chinesischen Markt aktuell bewerten. Ein Anstieg der Investitionen um ein Drittel deutet darauf hin, dass viele Firmen den Zugang zum chinesischen Absatzmarkt sowie zu dortigen Produktionskapazitäten weiterhin als strategisch bedeutsam einstufen – trotz der von der Studie erwähnten wachsenden Risiken und der zunehmenden Konkurrenz durch einheimische chinesische Anbieter. Für die deutsche Volkswirtschaft insgesamt ist die Entwicklung in China relevant, da zahlreiche Branchen, insbesondere die exportorientierte Industrie, eng mit dem chinesischen Markt verflochten sind. Gleichzeitig wirft der Anstieg Fragen zur langfristigen Diversifizierungsstrategie deutscher Unternehmen auf, die politisch immer wieder gefordert wird, um einseitige Abhängigkeiten zu reduzieren.

## Was bedeutet das für Anleger?

Für Anleger ist die Entwicklung vor allem als Signal für die strategische Ausrichtung deutscher Unternehmen mit China-Geschäft von Interesse. Ein weiterhin hohes Investitionsvolumen kann auf eine anhaltende Bedeutung des chinesischen Marktes für Umsatz und Gewinnentwicklung einzelner Unternehmen und Branchen hindeuten. Gleichzeitig bleibt zu beachten, dass mit einem stärkeren China-Engagement auch spezifische Risiken verbunden sind, etwa durch geopolitische Spannungen, regulatorische Unsicherheiten oder den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch chinesische Unternehmen in Schlüsselbranchen wie der Automobilindustrie. Diese Faktoren können sich mittelfristig auf die Geschäftsentwicklung betroffener Unternehmen auswirken. Eine pauschale Bewertung ist auf Basis der vorliegenden Daten jedoch nicht möglich; die Auswirkungen dürften je nach Branche, Geschäftsmodell und Grad der China-Abhängigkeit einzelner Unternehmen unterschiedlich ausfallen.

## Was jetzt wichtig wird

- Wie sich die deutschen China-Investitionen in der zweiten Jahreshälfte weiterentwickeln und ob sich der Trend fortsetzt - Ob sich die von der Studie genannten Risiken – etwa geopolitische Spannungen oder Handelskonflikte – in den kommenden Monaten verschärfen - Wie sich die zunehmende Konkurrenz chinesischer Unternehmen auf die Marktposition deutscher Firmen vor Ort auswirkt - Ob politische Entscheidungsträger in Deutschland und der EU als Reaktion auf die Investitionsentwicklung neue Vorgaben zur wirtschaftlichen Diversifizierung diskutieren - Welche Branchen konkret von der Investitionssteigerung besonders betroffen sind und wie sich dies in deren Geschäftszahlen niederschlägt

Quelle: Handelsblatt

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