Iran-Konflikt treibt Gaspreise: Verivox erwartet bis zu 20 Prozent höhere Kosten
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Iran-Konflikt treibt Gaspreise: Verivox erwartet bis zu 20 Prozent höhere Kosten

Veröffentlicht · Samstag, 12. September 2026 um 11:13 Uhr

Der Iran-Krieg wirkt sich zunehmend auf die Energiepreise in Deutschland aus. Das Vergleichsportal Verivox rechnet mit bis zu 20 Prozent höheren Gaskosten, vor allem für Neukunden. Die EZB sieht derzeit keine Entspannung der Lage, was auch mit der besonderen Anfälligkeit Deutschlands für Preisschocks zusammenhängt.

## Was ist passiert?

Der militärische Konflikt um den Iran schlägt zunehmend auf die europäischen Energiemärkte durch. Nach Einschätzung des Vergleichsportals Verivox müssen Verbraucher in Deutschland mit deutlich steigenden Gaspreisen rechnen – in bestimmten Fällen um bis zu 20 Prozent. Besonders betroffen sind demnach Neukunden, die neue Gasverträge abschließen und somit unmittelbar von den aktuellen Marktpreisen erfasst werden. Eine kurzfristige Entspannung der Situation ist laut Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht in Sicht.

## Der Hintergrund

Der Iran-Krieg sorgt seit geraumer Zeit für Unsicherheit an den internationalen Energiemärkten. Als bedeutender Akteur im globalen Energiesektor beeinflusst die Region maßgeblich die Preisbildung für Öl und Gas. Geopolitische Spannungen dieser Art führen erfahrungsgemäß zu erhöhter Risikoprämien an den Rohstoffmärkten, da Marktteilnehmer mit möglichen Lieferunterbrechungen oder Transportrisiken kalkulieren müssen.

Deutschland gilt dabei als besonders anfällig für solche Preisschocks. Diese Anfälligkeit resultiert aus der starken Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von Energieimporten sowie strukturellen Gegebenheiten des heimischen Energiemarkts. Anders als in Ländern mit diversifizierteren Energiequellen oder größeren eigenen Reserven wirken sich internationale Preisschwankungen hierzulande vergleichsweise unmittelbar auf Verbraucher und Unternehmen aus.

## Warum ist das für Wirtschaft und Märkte wichtig?

Steigende Energiekosten sind ein zentraler Faktor für die Inflationsentwicklung und damit für die Geldpolitik der EZB. Höhere Gaspreise verteuern nicht nur die private Haushaltsführung, sondern auch industrielle Produktionsprozesse, insbesondere in energieintensiven Branchen. Dies kann sich in der Folge auf Wettbewerbsfähigkeit, Produktionskosten und letztlich auch auf Konsumausgaben auswirken.

Die Einschätzung der EZB, dass keine kurzfristige Entspannung zu erwarten ist, deutet darauf hin, dass die Notenbank die geopolitische Lage als anhaltenden Belastungsfaktor für die Preisstabilität in der Eurozone einstuft. Für die Geldpolitik bedeutet dies zusätzliche Herausforderungen, da externe Schocks wie Energiepreisanstiege nur begrenzt durch geldpolitische Instrumente beeinflusst werden können.

## Was bedeutet das für Anleger?

Für Anleger ist die aktuelle Entwicklung ein weiterer Hinweis darauf, dass geopolitische Risiken weiterhin ein relevanter Einflussfaktor für Energiemärkte und damit verbundene Branchen bleiben. Schwankende Energiepreise können sich auf verschiedene Wirtschaftssektoren unterschiedlich auswirken – etwa auf energieintensive Industrien einerseits und Energieversorger andererseits. Auch die Inflationsentwicklung, die durch höhere Energiekosten beeinflusst wird, bleibt ein Thema, das die Zinspolitik und damit die Bewertung von Anleihen sowie anderen Anlageklassen mittelbar berühren kann.

Da die Situation von geopolitischen Entwicklungen abhängt, die naturgemäß schwer vorhersehbar sind, bleibt die Unsicherheit an den Energiemärkten vorerst bestehen. Konkrete Rückschlüsse auf einzelne Anlageentscheidungen lassen sich aus den vorliegenden Informationen nicht ableiten.

## Was jetzt wichtig wird

- Wie sich der Iran-Konflikt in den kommenden Wochen weiterentwickelt und ob es zu einer Deeskalation oder weiteren Zuspitzung kommt - Ob sich die von Verivox prognostizierten Preissteigerungen bei Gasverträgen tatsächlich in diesem Ausmaß realisieren - Wie die EZB ihre geldpolitische Haltung angesichts anhaltender Energiepreisrisiken weiterentwickelt - Inwiefern sich die Preisentwicklung speziell auf Neukundentarife im Vergleich zu Bestandsverträgen auswirkt - Ob politische Maßnahmen zur Abfederung der Energiekostenbelastung für Verbraucher in Deutschland diskutiert werden

Quelle: SPIEGEL Wirtschaft

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