Gaskraftwerke-Ausschreibung: Leag könnte mit altem Kohlestandort Milliarden sichern
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Gaskraftwerke-Ausschreibung: Leag könnte mit altem Kohlestandort Milliarden sichern

Veröffentlicht · Freitag, 30. Oktober 2026 um 16:14 Uhr

Die Bundesnetzagentur will in der kommenden Woche bekanntgeben, welche Unternehmen im Rahmen einer Ausschreibung neue Gaskraftwerke errichten dürfen. Berichten zufolge könnte der Energiekonzern Leag durch die Nutzung bestehender Kohlekraftwerksstandorte erhebliche Fördermittel erhalten. Details zum genauen Verfahren und zur Höhe möglicher Zahlungen liegen bislang nicht umfassend vor.

## Was ist passiert?

In der kommenden Woche will die Bundesnetzagentur das Ergebnis einer Ausschreibung für neue Gaskraftwerke bekanntgeben. Dabei geht es darum, welche Unternehmen den Zuschlag für den Bau zusätzlicher Gaskraftwerkskapazitäten in Deutschland erhalten. Nach Berichten der WirtschaftsWoche könnte der Lausitzer Energiekonzern Leag mit einem bemerkenswerten Vorgehen die Vergabe beeinflussen: Das Unternehmen soll versuchen, bestehende Kohlekraftwerksstandorte für das neue Fördersystem nutzbar zu machen und auf diesem Weg erhebliche staatliche Mittel zu sichern.

## Der Hintergrund

Hintergrund der Ausschreibung ist die deutsche Kraftwerksstrategie, mit der die Bundesregierung den schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung flankieren will. Da erneuerbare Energien wetterabhängig sind, braucht das Stromsystem zusätzliche, flexibel einsetzbare Kraftwerkskapazitäten, die bei Dunkelflauten oder hohem Bedarf kurzfristig einspringen können. Gaskraftwerke gelten als Brückentechnologie, da sie schneller hoch- und heruntergefahren werden können als Kohlekraftwerke und langfristig auch auf Wasserstoff umgestellt werden sollen.

Unternehmen, die den Zuschlag erhalten, können mit staatlicher Unterstützung rechnen, etwa in Form von Förderzahlungen oder Kapazitätsvergütungen, um den Bau neuer Anlagen wirtschaftlich attraktiv zu machen. Die Leag, die traditionell stark im Braunkohlegeschäft in der Lausitz verankert ist, steht vor der Herausforderung, ihr Geschäftsmodell im Zuge des Kohleausstiegs neu auszurichten. Ein Zugriff auf bestehende Kraftwerksstandorte und Infrastruktur könnte dem Unternehmen dabei helfen, kostengünstiger in die Ausschreibung einzusteigen als Wettbewerber, die komplett neue Standorte entwickeln müssten.

## Warum ist das für Wirtschaft und Märkte wichtig?

Die Entscheidung der Bundesnetzagentur hat Signalwirkung für die gesamte Energiewirtschaft. Sie zeigt, wie der Staat den Umbau der Stromerzeugung steuert und welche Unternehmen von der Energiewende finanziell profitieren können. Für die betroffenen Regionen, insbesondere für Kohlereviere wie die Lausitz, ist relevant, ob und wie bestehende Standorte und Arbeitsplätze in neue Energieinfrastruktur überführt werden können. Für den Wettbewerb unter Energieversorgern ist zudem entscheidend, ob etablierte Marktteilnehmer durch den Zugriff auf vorhandene Infrastruktur einen strukturellen Vorteil gegenüber neuen Anbietern erhalten.

Auch für die Versorgungssicherheit in Deutschland ist die Ausschreibung von Bedeutung: Je nachdem, wie viele und welche Kraftwerke den Zuschlag erhalten, wirkt sich dies auf die Stabilität der Stromversorgung in den kommenden Jahren aus – ein Thema, das auch für Industrieunternehmen und Investoren im Energiesektor von Interesse ist.

## Was bedeutet das für Anleger?

Für Anleger, die in Energieunternehmen oder Infrastrukturprojekte investiert sind, ist die Entwicklung im Bereich der Kraftwerksausschreibungen ein Faktor, der die langfristige Geschäftsgrundlage betroffener Unternehmen beeinflussen kann. Staatliche Förderentscheidungen im Energiesektor können sich auf Umsatz- und Ertragserwartungen von Unternehmen auswirken, die im Bereich konventioneller und neuer Kraftwerkstechnologien tätig sind. Da die konkreten Details der Ausschreibung – etwa die Höhe möglicher Fördermittel oder die genaue Zahl der Zuschläge – zum jetzigen Zeitpunkt nicht vollständig öffentlich bekannt sind, bleibt die Informationslage für eine abschließende Einschätzung begrenzt. Dies unterstreicht, wie wichtig eine sorgfältige, auf verlässlichen Daten basierende Beobachtung energiepolitischer Entscheidungen für die eigene Anlagestrategie ist.

## Was jetzt wichtig wird

- Die offizielle Bekanntgabe der Bundesnetzagentur zur Vergabe der Gaskraftwerkskapazitäten in der kommenden Woche - Ob und in welchem Umfang die Leag tatsächlich den Zuschlag für neue Anlagen an bestehenden Kohlestandorten erhält - Mögliche Reaktionen anderer Energieversorger auf die Vergabeentscheidung und den Wettbewerb um Fördermittel - Auswirkungen der Entscheidung auf die langfristige Strategie zum Kohleausstieg in Regionen wie der Lausitz - Weitere Details zur konkreten Höhe und Ausgestaltung der staatlichen Förderung, sobald diese offiziell kommuniziert werden

Quelle: WirtschaftsWoche

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