Amprion-Chef warnt vor wachsender Drohnenbedrohung für Stromnetze
Veröffentlicht · Donnerstag, 10. September 2026 um 13:13 Uhr
Nach jüngsten Angriffen auf Stromleitungen hat sich der Chef des Übertragungsnetzbetreibers Amprion zur wachsenden Bedrohung durch Drohnen geäußert. Er betont, dass die Abwehr von Drohnen nicht Aufgabe der Netzbetreiber sein könne, und verweist auf offene Fragen zu Zuständigkeiten und möglichen Gegenmaßnahmen.
## Was ist passiert? Nach mehreren Angriffen auf Stromleitungen hat sich der Chef des Übertragungsnetzbetreibers Amprion öffentlich zu der Bedrohungslage geäußert. In einem Interview erläuterte er, warum die Gefahr durch Drohnen für die Infrastruktur seiner Einschätzung nach zunimmt und welche Maßnahmen grundsätzlich denkbar wären. Zugleich machte er deutlich, dass er eine aktive Abwehr – etwa durch das Abschießen von Drohnen – nicht als Aufgabe seines Unternehmens ansieht.
## Der Hintergrund Amprion zählt zu den vier großen Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland und ist für einen wesentlichen Teil des Höchstspannungsnetzes verantwortlich, über das Strom über weite Strecken transportiert wird. Kritische Infrastruktur wie Stromtrassen, Umspannwerke und Leitungen steht seit einiger Zeit verstärkt im Fokus möglicher Sabotageakte. Die jüngsten Vorfälle an Stromleitungen haben die Debatte darüber neu entfacht, wie solche Anlagen künftig besser geschützt werden können und wer dafür zuständig sein soll.
## Warum ist das für Wirtschaft und Märkte wichtig? Die Versorgungssicherheit mit Strom ist eine zentrale Voraussetzung für Industrie, Gewerbe und private Haushalte in Deutschland. Angriffe auf Übertragungsleitungen können im Ernstfall zu regionalen Versorgungsengpässen führen und damit wirtschaftliche Folgekosten verursachen. Zudem wirft die Debatte grundsätzliche Fragen zur Sicherheitsarchitektur kritischer Infrastruktur auf: Bislang liegt die physische Sicherung von Energieanlagen primär bei den Betreibern selbst, während die Abwehr komplexer Bedrohungen wie Drohnenangriffe klassischerweise hoheitliche Aufgaben von Polizei und Bundeswehr berühren. Ungeklärte Zuständigkeiten könnten Investitionsentscheidungen und Regulierungsfragen im Energiesektor beeinflussen.
## Was bedeutet das für Anleger? Für Anlegerinnen und Anleger ist die Entwicklung vor allem im Kontext der Diskussion um Investitionen in Netzsicherheit und kritische Infrastruktur relevant. Sollte sich eine dauerhafte Bedrohungslage bestätigen, könnten mittelfristig zusätzliche Ausgaben für Sicherheitstechnik, Überwachung oder gesetzliche Vorgaben auf Netzbetreiber zukommen. Dies betrifft potenziell auch regulierte Netzentgelte, über die solche Kosten teilweise refinanziert werden könnten. Konkrete finanzielle Auswirkungen auf einzelne Unternehmen oder Marktsegmente lassen sich aus den bislang vorliegenden Informationen jedoch nicht ableiten. Es handelt sich um eine sicherheitspolitische Entwicklung, deren wirtschaftliche Tragweite erst im weiteren Verlauf klarer werden dürfte.
## Was jetzt wichtig wird - Ob und wie die Zuständigkeit für die Abwehr von Drohnenangriffen auf Energieinfrastruktur politisch geregelt wird - Welche konkreten Schutzmaßnahmen Netzbetreiber wie Amprion künftig ergreifen oder fordern - Ob es zu weiteren Vorfällen an Stromleitungen oder anderer kritischer Infrastruktur kommt - Wie Bundesregierung und Sicherheitsbehörden auf die Warnungen der Netzbetreiber reagieren - Mögliche regulatorische oder finanzielle Konsequenzen für den Energiesektor infolge verstärkter Sicherheitsanforderungen
Quelle: FAZ Wirtschaft